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Jena – Dortmund oder wie man ein Viereck durch halb Deutschland fährt

  • Leider hatte ich bisher nicht geschafft von unserer kleinen Tour in der ersten Juniwoche zu berichten. Das hole ich nun nach.


    Tag 1 / 2: Jena - Wilthen


    Jens und ich hatten einen Plan. Der Plan war Svenner in Dortmund zu besuchen. Da wir eine Woche dafür Zeit hatten, fuhren wir von Jena erstmal Richtung Osten. Wer uns kennt weiß, das ist nicht unüblich. Natürlich machten wir das nicht willkürlich. Am letzten Wochenende im Mai sollte es eine schöne kleine Feier in einem Steinbruch bei Wilthen geben. Also Karre gepackt, noch bisschen arbeiten und mittags dann gestartet.



    Jens ist schon mit dem Stammtisch West früher losgetuckert. Das schien wirklich so gewesen zu sein, denn in Zwickau hatte ich sie schon fast wieder eingeholt. Aber da ich mich in dieser Gegend mit Dani treffen wollte, saß ich erstmal dort fest. Na klar, wie sollte es auch anders sein, er war spät dran. In der Zwischenzeit gesellte sich dann Rany zu mir, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Nach 1,5 Stunden Warterei entschied ich weiterzufahren, weil Dani noch fast 2 Stunden vom Treffpunkt entfernt war. Die Fahrt zum Steini war recht unspektakulär. Pirna begrüßte uns mit Regen. Toll, schon wieder. Ob ich den Steini auch mal trocken und keine Rutschpartie erlebe? Naja die Warnung an Rany hat auch nicht viel genützt. Kaum waren wir auf dem Waldweg lag er auch schon auf der Seite. Weil ich aber solidarisch bin, habe ich es ihm nachgemacht. Aber wenigstens, wo es auch alle sehen konnten.

    Der erste Abend endete ziemlich früh. Ich glaube es war halb 3. Gefeiert haben wir echt schön.



    Irgendwann im Laufe des späteren Abends kam dann auch der Dani an. Er ziemlich angefressen und wollte eigentlich gleich wieder heim. Er hat wohl nicht damit gerechnet, dass das so versteckt liegt. Schließlich hat er sich dann doch noch den Berg hochgewühlt.



    Eine kleine Ausfahrt haben wir auch noch gemacht.



    Wieder zurück und erstmal bisschen ausspannen.





    Zur Entspannung ging ich noch etwas paddeln.



    Dann kam auch noch der TÜV vorbei. Selbst hier hat man nicht seine Ruhe.



    Dafür gab es mal wieder einen genialen Sonnenuntergang.



    ...geht weiter

  • Tag 3: Wilthen – Rechenberg-Bienenmühle

    Weil Kai seine Karre nicht so gerne hat, richtete er in der Nacht bei einer Burnout-Orgie seine Kupplung hin. Zum Glück waren die 7 Zwerge*in zur Stelle.



    Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück wollten wir ein wenig in der Sächsischen Schweiz rumgondeln und anschließend zu Hummel fahren, der uns Unterkunft auf Montag bot. Der erst Weg führte durchs Kirnitzschtal nach Ostrau. Dort gibt es einen schönen Blick auf die Schrammsteine.



    Nach einer Stärkung in Königstein erstmal zum…



    Da man aber nach dem Essen nicht gleich schwimmen gehen soll fuhren wir weiter nach Rathen, um an der Elbe zu verweilen. Hier kann man, wenn man das möchte, stundenlang der Gierfähre zuschauen. Haben wir dann auch und der Rest der geplanten Tagestour wurde dementsprechend eingekürzt.




    Jedenfalls ließ sich schon erahnen, welche Massen sich über die Bastei wälzen.

    Irgendwann haben wir uns dann aufgerafft und sind nach Heidenau gefahren, um uns mit Dirk, Claus und Hummel zu treffen. Anschließend sind wir dann zu fünft zu Hummel und hatten einen geselligen Abend.



    Tag 4: Rechenberg-Bienenmühle – Neuhaus am Inn


    Raus aus den Federn und Krempel zusammengepackt. Nach dem Frühstück gings los Richtung Seiffen zu den Löffelschnitzern oder wie die heißen. Jedenfalls was mit Holz. Ein beschauliches Örtchen. Dann mal kurz nicht aufgepasst und schon waren wir über der Grenze. Also dann einmal von Nord nach Süd durch de Tschechei.






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  • Witzigerweise waren die Straßen so klein und abgelegen, dass wir kaum ein Auto zu Gesicht bekamen. Dennoch war der Belag fast ausschließlich super. Manchmal hatte mal das Gefühl die haben die Straße extra wegen einem Haus in der Einöde dort hingezogen. Was war nochmal das Ziel? Schon wieder die falsche Himmelsrichtung gewählt.


    Nach endloser Landschaft erreichten wir dann die Grenze zu Bayern und waren kurze Zeit später am Großen Arber.




    Anschließend noch einen kurzen Abstecher zu Louis in Passau, Ankunft in Neuhaus am Inn. Das Hotel war auch in Blickweite zum Fluss. Hatter schön ausgesucht, der Jens. Das Essen dort war jetzt nicht der Hit, machte aber satt. Kurzer Abendspaziergang zum Inn und ein paar Getränke, dann war auch Ende.




    Tag 5: Neuhaus am Inn – Garmisch-Partenkirchen


    Start bei bestem Wetter, was uns auch noch eine ganze Weile erhalten bleiben sollte.



    Chiemsee im Hintergrund



    Alpen in Sichtweite




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  • In Inzell war tanken angesagt und eigentlich sollte es Richtung Reit im Winkel weitergehen. Da wir nun aber einmal hier waren, entschieden wir uns für einen kurzen Abstecher nach Berchtesgaden. Aus dem kurz, wurden 108km zusätzlich. Die hatten sich aber voll und ganz gelohnt.


    Watzmann




    Nun langsam meldete sich mal wieder der Hunger. Die wahnwitzige Idee war, wir fahren auf die Kneifelspitze zum Gasthof. Da hatte ich voriges Jahr auch ein Auto stehen sehen. Also geht das auch mit dem Zweirad. So nahmen wir eine schöne Schotterpiste, die irgendwie nicht enden wollte. Dann auf einmal doch ziemlich abrupt in einer kleinen Wendschleife. Shit. Ok, fahren wir die 6km eben wieder zurück und suchen uns im Dorf was zu Essen. Hab wohl den falschen Einstieg in den Berg gewählt. Das nächste Mal klappt das bestimmt.





    In Maria Gern haben wir auch einen schönen Gasthof gefunden und es bahnte sich eine lustige Corona-Geschichte an. Kisten an der Kirche abgestellt und auf die Terrasse gestolpert. Natürlich mit Maske. Kurzer Dialog mit der Bedienung: „Wir würden gern was Essen. Sind sie geimpft oder …. Ähm nö, wir können aber auch einen Schnelltest machen, haben wir dabei. Da muss ich meinen Chef fragen. Was wäre denn, wenn jeder an seinem eigenen Tisch sitzt? Ja, das würde gehen.“ Gesagt getan, jeder nahm sich einen Tisch. Das Resümee, Wir können zwar in einem Bett pennen, aber nicht zusammen essen. Das ist top. So sah das dann aus.




    Nach dieser lustigen Mittagspause machten wir uns auf den Weg zum Hintersee. Sehr geiles Panorama.




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  • Durch den kurzen Abstecher hatten wir nun einiges an Zeit verloren und noch eine ganze Ecke zu fahren. Zurück nach Inzell und weiter Richtung Reit und Chiemsee. Vielleicht hätten wir einfach durch Österreich fahren sollen. So ging es eben außen rum zur See-Tour. Chiemsee, Schliersee, Tegernsee, Achenpass, Sylvensteinsee, Walchensee.




    Ich glaub in Garmisch war Jens dann etwas durch den Wind. Wahrscheinlich, weil wir das Hotel taktisch eingekreist haben.



    Tag 6: Garmisch-Partenkirchen – Wehr

    Am nächsten Morgen war das erste Ziel der Eibsee, unterhalb der Zugspitze. Die Logik sagt, wie man reinkommt, kommt man auch wieder raus. Zumindest sah das Jens so und fuhr davon. Nur war das eine Einbahnstraße. Ich nahm dann doch lieber einen anderen Weg. Zum Glück wollten wir sowieso tanken und trafen uns dort an der Tanke wieder.




    Weiter Richtung Füssen, nein nicht zum Schloss. Wir bogen vorher ab.




    Nächstes Zeil war Ravensburg, wo wir uns mit Dennis zum Mittagessen verabredet haben. Er fuhr auch noch ein paar Kilometer mit uns zusammen. Bei einem Kaffee verabschiedeten wir uns wieder. War ne coole Aktion.



    Ab dem Bodensee wurde die Wolkendecke auch etwas dichter, genau wie der Verkehr. Nervige Gegend. Dennoch schafften wir es dann zu unserem Tagesziel und gleich von Alex in Empfang genommen.




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  • Später kam dann noch Olaf eingeflogen. Es war ein sehr lustiger Abend und irgendwann waren mal kurz die Lichter aus.




    Tag 7: Wehr – Trippstadt


    Die Zeit vergeht immer viel zu schnell. Danke Alex, Meli und Olaf. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns durchs Wehratal Richtung Schwarzwald. Wir wollten heute mal richtig Kurven fahren.








    Mitten während der Fahrt hatte mich mein Navi fehlgeleitet und uns entgingen dadurch ein paar schöne Kurven. Während der Mittagspause fragte ich, ob wir ein Stück zurückfahren wollen, um die noch mitzunehmen. Jens sagte nein. Wahr auch besser so. Denn wir wussten da noch nicht, was noch kommen würde. 50km Kurven und zwar fast pausenlos. Wir mussten nur noch grinsen, ob dieser lumpigen 3 Kurven, die wir verpasst hatten. Danach haben wir uns 100km gerade Straße gewünscht.


    Wie auch immer. Wir fuhren weiter Richtung Neuburg zur Rheinfähre, die wir auch gerade noch erwischten und kurz darauf waren wir in der Pfalz.




    ...geht weiter

  • Nun ging es ein ganzes Stück an der französischen Grenze entlang. In Scheibenhardt einen kurzen Stopp eingelegt.



    Auf dem Weg nach Trippstadt kamen wir noch zufällig am Johanniskreuz vorbei. Es war aber keiner mehr da. Wahrscheinlich auch wegen des Wetters, was sich zusehends verschlechterte. Es war auch an einigen Stellen recht nass. Ankunft in Trippstadt.






    Tag 8: Trippstadt – Dortmund


    An diesem Tag stand die Etappe zu Sven auf dem Plan. In der Nacht schien es heftig geschüttet zu haben, denn unterwegs lag viel Kies und Dreck auf den Straßen. Gerade um Kaiserslautern herum. Da kann man sich vorstellen was während des Hochwassers in solchen engen Tälern abgeht.






    Weiter ging es wieder dem Rhein entgegen. In Bacharach hatte ich kurz Halsschmerzen nachdem ich einige Male versuchte den Ortsnamen auszusprechen. Insgesamt schon eine imposante Gegend. Am Rhein entlang kamen wir dann an der Loreley vorbei wo wir uns gleich ein schönes Plätzchen zum Verweilen suchten.



    ...geht weiter...durchhalten






  • Verweilten wir zu lange? Wahrscheinlich nicht. Sonst hätte uns der Regenguss voll erwischt. Aber leider wurde es ab da auch nicht wirklich besser. Bezeichnenderweise kamen wir auch durch Nassau. Was für eine Ironie.







    ...noch bissl

  • 140km vor Dortmund bahnte sich dann eine Schlechtwetterfront an und wir beschlossen nun auf dem schnellsten Wege per BAB zu Svenner zu fahren. Gute Entscheidung. Im Froschmann war das auch gar nicht so schlimm. Bei Svenner in der Garage angekommen, war Jens so verzückt, dass er gleich einen Breakdance hinlegte.



    Was eingetreten? Operation folgte. Dann noch betäubt und die Wirkung trat erst verzögert ein.




    Tag 9: Dortmund – Jena


    Das war auch ein sehr cooler Abend. Danke an Sven und Natascha für Unterkunft und Versorgung. Können wir gerne wiederholen. Leider geht so eine schöne Zeit viel zu schnell vorbei und die Rückreise stand an. Die ging dann relativ direkt Richtung Heimat durch schöne Landschaften. Kurz vor Jena mussten wir aufgrund des einsetzenden Regens nochmal die BAB nutzen. Machte uns aber nichts mehr aus, da wir in den vergangenen Tagen so viele Eindrücke mitgenommen haben. Zu Hause angekommen, hatten wir dann 3175 km abgerissen und wir haben keinen einzigen davon bereut.






    In Glasbach in Thüringen gibt es eine Bergrennstrecke, die auch heute noch genutzt wird. Sehr cool.




    Danke an alle Beteiligten und Jenser für die geile Tour. Und hier noch, wie ein Deutschlandviereck aussieht.



    Alle die in irgendeiner Weise an der Tour beteiligt waren, können gerne hier noch ihre Bilder abwerfen.

    Die Runde wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.


    Bis zum nächsten Mal, Freunde.

  • Schöne Männertour gemacht und allles ausführlich festgehalten.

    Gemeinsam Mopped gefahren und Freunde besucht..so muss datt.


    Danke Marco füts teilhaben lassen.

  • Da habt ihr 2 ne feine Runde, äh Viereck gedreht.

    Marco sehr fein geschrieben und schöne Bilders, Danke fürs teilhaben.

    Bei mir haben noch zwei Fischköppe genächtigt, die sind am Sonntag aber in eine andere Richtung aufgebrochen.

    Deitsch on frei wolln mer sei,
    on do bleibn mer aah derbei,
    weil mer Arzgebirger sei!

    (Anton Günther)

  • Da seid ihr wahrlich schön rumgekurvt!

    Danke für den super Bericht!
    Aber ohne abgefallene Teile und große Reparaturen, Marco? Kann ich nicht wirklich glauben, du verschweigst doch was! :crylaugh:

    Harley Davidson: Denn schlechtes muss nicht billig sein!

  • Man hätte sicher noch mehr machen und Leute besuchen können. Leider hat dafür echt die Zeit gefehlt. Die Tagesetappen waren doch recht anspruchsvoll und wir zogen ziemlich am Hahn.