Technische Abnahme in der DDR

  • Hallo Männer


    Mal ne Frage an die Ossis hier. :) Bin selber einer aber mit meine 41 Lenze zu jung ums zu wissen.


    Wie ihr dem Titel bereits entnehmen könnt, interessiert mich wie das früher so war. Gab es da eine Art Technische Abnahmestelle für Motorräder?


    Musste man damals auch schon Umbauten in die Papiere eintragen lassen?


    Ein Bekannter meinte, das man da nur hinmusste wenn die Polizei einen hinschickte, ansonsten wäre das freiwillig gewesen??


    Klärt mich ma auf bitte.


    Gruß da Fu

    "If it ain't long, it's wrong" - Sugar Bear

  • Solange wie Beleuchtung Bremsen etc funktioniert war das kein Problem. Anbauen könntest eigentlich alles.

    Wenn du aber selber zB Wohnwagen gebaut hast gab es vom KTA Vorlagen. Aber das war nicht so schlimm wie beim TÜV.Hatte mir damals aus Ungarn ne Rennverkleidung für die MZ gekauft...angebaut und gut.

    Manche Eigenbau Traktoren haben auch Nummernschild und Papiere bekommen. Wie gesagt musstes damals zum KTA, das gab es in jeder Stadt.

    Der Gott, der Eisen wachsen ließ,der wollte keine Knechte

  • Aja … verstehe ich das richtig … solange das Krad ne "vernünftige" Bremse hatte und die Beleuchtung ging … war man frei von irgendwelchen Regelungen und konnte Umbauten verwirklichen. ? Gabs es eine Eintragungspflicht oder nicht?

    Ich brauche Fakten! :crylaugh:


    Musste man zum KTA regelmäßig hin ? … wie z.Bsp.: heut alle 2 Jahre zum TÜV. ? Wenn ja, wie waren die Intervalle?


    Speziell geht's mir da um die Ostrocker mit ihren Umbauten. AWO und co.


    Woher nahmen die Ostrocker ihre Inspirationen für Umbauten? Kann mir schlecht vorstellen, das es da ein Magazin/Zeitschrift gab ???


    Tnx scho mole

    "If it ain't long, it's wrong" - Sugar Bear

  • Also TÜV gab es nicht, auch keine regelmäßigen Abnahmen oder Kontrollen. wenn was kaputt war, wurde es repariert.

    Eintragungen gab es auch nicht.

    Ich selber kennen noch nen Ost Club da wurde geschraubt wie das böse. Inspiration kam von Westheften oder West TV. Lenker wurden da selber gebogen, von den Duschen die Chromschläuche genommen, als umantelung für Kupplung und Bremse^^Lederjacken wurden entweder selber gemacht oder nähen lassen. Rocker Mützen haben wir von der Deutschen Reisbahn....die warm aus schönem weichen Leder.

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  • Hab ich mir schon so gedacht … glücklich war wer Verwandschaft im Westen hatte, das man mal son Magazin inne Hand halten durfte dann warste der King bei de Kumpels. ^^


    Klar, zu kaufen gabs keine Teile, so das man diese selber bauen musste.


    Den Duschschlauch haben die Japaner bei de Ossis abgeguckt. :crylaugh:


    Aus heutiger Sicht waren die Ostrocker "freier" was Umbauten betrifft. Heute werden wir ja tot reglementiert.


    Cooles Bild :thumbup: … ich hatte mir vor zwei Jahren auf eBay den Ostrocker Kalender gekauft. Ich steh auf den Scheiß, ist ja ein Teil unserer Vergangenheit.

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  • So sieht's aus. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie mein Bruder an seiner MZ gebastelt hat unten im Hof. Und immer kamen paar Kumpels vorbei, Bier trinken, Spass haben und fahren. Ich durfte ab und an auch mal mit de Rockers mit. Fühlte mich wie King:)

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  • Ich hatte so ne KTA-Stelle direkt mir gegenüber, war nur n Bauwagen mit bissel Büro drin.

    Die zwei Prüfer waren Polizisten und ich kannte die, einer hat auch meine Fahrprüfung abgenommen.

    Musste da mal hin weil ich statt dem Halteriemen auf der Sitzbank meiner MZ eine verchromte Kette hatte, ein wichter Polizist meinte das wäre nicht zulässig. Denkste 8o!


    Micha


    Es kommt ja wohl auch nicht von ungefähr, dass die ganzen Teleskope,

    die nach intelligentem Leben suchen, von der Erde weggerichtet sind.

  • Hätte gedacht das hier mehr Leutz was schreiben können. Ist der Stammtisch Ost doch noch nicht so alt oder die Fleppen erst später gemacht?

    Quasi ein Schwank aus der Jugend oder Sturm und Drangzeit. Gibt bestimmt paar schöne Anekdoten. :)

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  • Mein SR 2 hatte ich mit Fussrasten versehen, doof war nur dass ich nur noch in Fahrtrichtung antreten konnte, und das auch nur zirka 40 Grad.

    Leider keine Bilder mehr

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  • Ich hatte an meiner ETZ 250 schon einen 30er Ape drauf. Leider wollte der nette ABV einen Schein sehen, dass das Rohr nahtlos gezogen ist. Hatte ich nicht, also Lenker runter, vorgeführt und Lenker wieder drauf. Vorgelegte Rasten hatte ich direkt am Motor verschraubt. Hat lustig gekribbelt in den Füßen. 90 war ich so in der Nähe von Calw im Urlaub und alle wollten wissen, was das für ne Chopper is.

    War lustig. Nach dem Urlaub war dann TÜV und naja das Teil Geschichte. Alles bitte einmal Original zurück bauen ☹️☹️

  • zur Wende den Motorradschein gemacht..meine TS mit Kaiserinbar, welche ich auch zum ersten TÜV abbauen durfte. Der Vorbesitzer und ich sind damit vorher ohne besonsere Auffälligkeit gefahren, ebenfalls mit gekürzten Blinker.

    Abgas und technische Überprüfungen gab es schon von staatlicher Seite...nur nicht viel davon mitbekommen.

  • Ah der Tread lebt :crylaugh::thumbup::thumbup:


    Lustig … 250 ETZ mit Ape und Vorverlegten … TS mit Sissi, wie geil :crylaugh: :thumbup: sowas wollt ich lesen :thumbup:


    Ich kann nicht viel erzählen außer das ich meine Simson voll auf Enduro oder heute sagt man Fighter dazu umgebaut habe … den Heckrahmen so steil gebogen das Soziusbetrieb ausgeschlossen war. 60 ccm Kolben/Zylinder, Juniorcrossreifen …


    Nochmal kurz zurück zum Thema … hat jemand Ahnung wo man Bild oder Videomaterial sehen kann von der DDR Rockerszene? Gibt's da vlt ein Buch?, das fände ich toll.

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